Die Reise von München über Ostende, Portsmouth bis nach Rio und Santa Cruz dauerte vom 4. August 1829 bis zum 11. Juli 1830. Als Adjutant Augusts von Leuchtenberg, des Bruders der Braut, war Graf von Spreti z.B. für die Reisekasse und die Sicherheit der Reisegesellschaft verantwortlich. Über die lange Reise mit dem Segelschiff und den fast einjährigen Aufenthalt in Brasilien hinterließ uns der im niederbayerischen Kapfing geborene Graf ein spannendes Reisejournal.
Im ersten Teil der Reise, noch auf europäischem Boden, durchquert die Reisegesellschaft eine Welt, die sich gerade auch technisch im Umbruch befindet. Straßenbeleuchtung in Gent, Dampfmaschinen allenthalben, alles wird staunend kommentiert. Die Seereise selber war zu der Zeit noch ein Abenteuer, und endlich am Ziel überwältigt ihn die fremdartige Natur und der noch fremdartigere Sklavenhandel beschäftigt den Verfasser des Reisejournals sehr.
Die historischen Hintergründe und die damaligen politischen Umstände machen für Graf Spretis Reisetagebuch einen umfangreichen kommentierenden Begleittext unentbehrlich. Dazu gehört auch eine Zusammenfassung relevanter historischer Quellen und das teilweise erstmals veröffentlichte Bildmaterial machen das opulent aufgemachte gewichtige Buch zu etwas Besonderem.
Es ist unter anderem das Verdienst der Karl Graf Spreti Stiftung, dass wir Einblick in dieses bisher unbekannte Zeitdokument bekommen.
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